Rauchmelder Fehlalarm - was sind die Ursachen und wer haftet?

Immer häufiger beklagen Feuerwehren, dass es vermehrt zu Einsätzen durch Rauchmelder Fehlalarm kommt. Die Geräte lösen vermeintlich Alarm aus, die Bewohner sind nicht zu Hause und aufmerksame Nachbarn wählen die 112. Am Ende stellt sich dann meistens heraus, dass nur die Batterie leer war.

Hauptursache für Rauchwarnmelder Fehlalarm ist der vergessene Batteriewechsel. Durch ein wiederkehrendes akustisches Signal kündigen viele handelsübliche Rauchmelder 30 Tage vorher den notwendigen Batterietausch an. Der Alarmton ist dem eines echten Alarms täuschend ähnlich.

Vor allem in den Sommermonaten, wenn die Menschen im Urlaub sind bzw. mehr im Freien aufhalten, muss die Feuerwehr dann oftmals umsonst ausrücken. Die Lösung sind Rauchmelder mit Langzeitbatterie, die 10 Jahre hält.

Rauchmelder Fehlalarm Ursachen

Ein Rauchmelder, der nicht richtig funktioniert ist kontraproduktiv. Fehlalarme sind nervig und führen letztlich zum Vertrauensbruch in die Technik. Viele verzichten anschließend ganz auf Rauchwarnmelder und werden im Ernstfall nicht rechtszeitig gewarnt.

Rauchmelder im Test: Welcher alarmiert zuerst?

Achten Sie beim Kauf unbedingt auf Qualität und Einsatzgebiet der Rauchwarnmelder. Die Geräte müssen die gesetzlichen Mindestanforderungen erfüllen und fachgerecht montiert werden. Nur so können Fehlalarme vermieden werden.

Übrigens ein häufiger Irrtum ist, dass Rauchmelder durch Zigarettenqualm oder Kerzenrauch ausgelöst werden können. Das ist nicht der Fall. Auch nicht, wenn mehrere Kerzen gleichzeitig ausgepustet werden.

In der folgenden Infobox sind die möglichen Ursachen für Rauchmelder Fehlalarme gelistet

Infobox Ursachen

Beim bevorstehenden Batteriewechsel handelt es sich nicht um einen Fehlalarm im wörtlichen Sinn. Das Signal wird nur missverstanden und als Alarm interpretiert. Es gibt jedoch eine Reihe von Ursachen, warum ein Rauchmelder fälschlicherweise tatsächlich Alarm schlägt:

  • Kochdampf in der Küche oder Wasserdampf im Bad dringt in die Rauchkammer des Melders und die Sensoren reagieren. Herkömmliche Rauchmelder sind deshalb für Küche und Bad nicht geeignet. Hier sind Wärmemelder oder CO2-Melder zu empfehlen

  • Staub, der zum Beispiel bei Renovierungsarbeiten entsteht, kann Ursache für Fehlalarm sein.

  • Ebenso kann in Direktumgebung des Melders versprühtes Deo oder Haarspray die Sensoren des Rauchmelders ansprechen. Die Deospraypartikel werden falsch interpretiert.

  • Insekten dringen in das Gehäuse und unterbrechen das optische Signal. Das löst ebenfalls Alarm aus. Hochwertige Geräte sind deshalb zum Schutz vor Kleintieren mit einem feinmaschigen Netz bzw. Gitter ausgestattet.

  • Auch extrem hohe Temperaturen, im Sommer etwa, wenn der Rauchmelder sich am Fenster befindet und direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist, können zu Fehlalarmen führen

  • Bei Funkrauchmeldern, die miteinander vernetzt sind, können Gegenstände, die den Funkkontakt stören, Ursache für den Fehlalarm sein.

  • Elektromagnetische Störungen (EMV) durch benachbarte Stromquellen können Fehlalarme auslösen.

  • Falsche Montage kann ebenfalls der Grund für Fehlalarme sein. Die Geräte müssen nach DIN 14676 installiert werden. Es gilt z. B. die richtigen Abstände zur Wand einzuhalten (mindestens 50 cm).

Alarm abschalten

Der Piepton des Rauchmelders dröhnt mit 85db in den Ohren. Extrem laut also, er soll ja auch gehört werden. Den Rauchmelder Fehlalarm abschalten, kann man auf verschiedene Wege:

  • Unterbrechung der Stromzufuhr: Nehmen Sie die Batterie heraus oder bei fest installierten Geräten trennen Sie diese vom Stromnetz Ihres Hauses

  • Zertifizierte (gute) Rauchmelder verfügen über einen Ausschaltknopf bzw. Testknopf. Wir dieser etwa 3 Sekunden lang gedrückt, verstummt das Signal.

  • Manche Hersteller empfehlen tatsächlich, den Rauch mittels Tuch in eine andere Richtung zu lenken. Diese Methode ist allerdings wenig effektiv.

  • Hochwertige Rauchwarnmelder erkennen nach kurzer Zeit, dass keine Rauchentwicklung vorliegt und schalten den Alarm nach etwa einer Viertelstunde selbständig ab.

Stellen Sie fest, dass der Rauchmelder verschmutzt ist, sollten Sie diesen säubern bevor Sie das Gerät wieder mit Strom versorgen.

Treten erneut Fehlalarme auf, ist der Rauchwarnmelder vermutlich defekt oder nicht richtig montiert.

Gute Rauchmelder - kein Fehlalarm

Beim Kauf von Rauchmeldern lohnt es sich besonders auf Qualität zu achten. Denn gute Rauchmelder sind so konzipiert, dass Fehlalarme reduziert werden und so gut wie gar nicht auftreten.

An folgenden Merkmalen erkennen Sie gute Rauchmelder. Die Qualitätskriterien sind in der Regel auf der Geräteverpackung abgedruckt und oder in der Bedienungsanleitung enthalten.

  • 10-Jahres-Lithiumbatterie
  • Qualitätszeichen „Q“
  • Stummschaltfunktion
  • Verschmutzungskompensation
  • Gehäuse mit Umgebungslichtblende (Schutz vor zu starkem Umgebungslicht, dass die Funktionsweise des Melders beeinträchtigt)
  • Antistatischer Kunststoff (Schutz vor elektrischer Auf- und Entladung)
  • Engmaschiges, verklebtes Fliegengitter (Insektenschutz)
  • Elektromagnetische Abschirmung (Verminderung der Störungsanfälligkeit durch andere elektrische Geräte/Stromquellen im Raum)

Rauchmelder Fehlalarm Haftung

Die Feuerwehr wird in der Regel auf Gemeindekosten tätig. Bei Fehlalarmen gibt es jedoch in Einzelfällen Ausnahmen. Dann sieht die betreffende Gemeindesatzung vor, Gebühren für den Einsatz zu verlangen. Schnell können so mehrere hundert Euro Kosten entstehen.

In diesen Fällen wird der private Rauchmelder rechtlich wie eine Brandmeldeanlage gewertet mit direktem Kontakt zur Notrufzentrale. Vergleichbare Gerichtsurteile gibt es jedoch bislang wenig.

Umgekehrt kann die Feuerwehr oder der Mieter nicht in Haftung genommen werden, wenn es beim Feuerwehreinsatz zu Sachschäden kommt. Wird etwa eine Tür aufgebrochen, um schnellstmöglich nach dem Rechten zu sehen, muss allein der Hauseigentümer für den Schaden aufkommen.

Haftbar ist generell der Vermieter/Eigentümer der Wohnung. Er trägt die Verantwortung für den ordnungsgemäßen Einbau und Betrieb der Rauchmelder (Ausnahme Mecklenburg-Vorpommern; hier sind die Pflichten dem Mieter auferlegt und er ist haftbar). Wird nachgewiesen, dass sich der auslösende Rauchmelder in schlechtem, technischen Zustand befand, wird der Vermieter die Kosten des Feuerwehreinsatzes tragen müssen. Sollte ein Dienstleister mit Einbau und Wartung des Rauchmelders beauftragt wurden sein, kann dieser in Haftung genommen werden.

Unter Umständen ist jedoch auch der Mieter haftbar. Wenn er seine Obhutspflicht vernachlässigt hat und fahrlässig gehandelt hat. Ist der Fehlalarm etwa durch massiven Zigarettenqualm in der Wohnung entstanden, weil der Mieter zwischendurch nicht gelüftet hat, muss er die Feuerwehr-Rechnung bezahlen.

Angebranntes Essen ist kein Fehlalarm

Wird ein Rauchmelder-Alarm nicht von einem Feuer, sondern verbranntem Essen auf dem Herd ausgelöst, darf die Feuerwehr dies nicht ohne Weiteres als Fehlalarm werten und die Kosten für den Einsatz in Rechnung stellen. Das entschied das Verwaltungsgericht Koblenz.

Entsprechende Kosten könnten nur in Rechnung gestellt werden, wenn eine Brandmeldeanlage einen Falschalarm auslöse, erklärte das Gericht zur Begründung. Bei Rauchmeldern sei dies jedoch nicht der Fall. Außerdem sei es nicht ausgeschlossen, dass es bei solchen Vorfällen auch zu einem Brand kommen könne. 

Verhandelt wurde der Fall in einem Seniorenheim, bei dem die Rauchmelder direkt mit einer BMA verbunden sind.

Vorbeugung

Nummer 1 auf der Liste der Vorbeugungsmaßnahmen gegen Fehlalarme bei Rauchmeldern ist die regelmäßige Wartung /Funktionsprüfung der Geräte.

2. Nur geprüfte Qualitätsprodukte gewährleisten einen ausreichenden Schutz vor Fehlalarme. 

3. Die richtige Montage und der richtige Gebrauch sind Grundvoraussetzungen dafür, dass der Rauchwarnmelder richtig funktioniert. Auf genügend Abstand zu Wänden, Balken, Lampen, etc. ist zu achten. Herkömmliche Rauchmelder sind für Küche und Bad ungeeignet.

Fazit

Verwenden Sie Qualitätsrauchmelder und führen Sie regelmäßig die Wartung durch. Einmal im Monat sollte ein Funktionstest ausgeführt werden.

Achten Sie darauf, dass die Rauchmelder fachgerecht nach DIN 14676 montiert sind.

Wenn Sie dies beherzigen, sollten keine Rauchmelder Fehlalarme auftreten.

 
 

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