Die Qual der Wahl: Smarthome Rauchmelder im Test

Smarte Rauchmelder informieren Bewohner im Alarmfall zusätzlich per Handy. Sie können sich mit anderen Geräten und Sensoren im Haus verbinden und zum Beispiel das Fenster öffnen, damit der Rauch abzieht. Für die Sicherung von Mensch und Gebäude haben smarte Rauchmelder entscheidende Vorteile gegenüber konventionellen Meldern. In diesem Artikel erhalten Sie eine Übersicht der Geräte und Systeme auf dem Markt.

Inhaltsverzeichnis

Die Funktionsweise von Smarthome Rauchmeldern

Die Vorstufe von Smarthome Rauchmeldern sind vernetzteRauchmelder (kabelvernetzt oder funkvernetzt). Löst ein Rauchmelder aus wird ein Dominoeffekt in Gang gesetzt. Alle Melder schlagen an, so dass man im ganzen Haus mitbekommt, wenn es zum Beispiel im Keller brennt. Die Kommunikation findet aber nur zwischen den Rauchmeldern im Gebäude statt.

Smarthome Rauchmelder , die in ein Smarthome Systems eingebunden sind, gehen noch einen bedeutenden Schritt weiter. Je nach Programmierung kann der Rauchmelder andere Geräte / Verbraucher steuern. Dadurch ist es möglich, dass bei Rauchentwicklung die Jalousien hochgefahren werden und sich das Fenster öffnet.

Die Kommunikation der Geräte ist entweder kabelgebunden wie zum Beispiel bei der KNX-Technologie oder sie sind direkt per WLAN mit dem Internet verbunden. Über eine Smarthome Zentrale (Server) können dann die Geräte überwacht und gesteuert werden. Die Überwachung / Steuerung kann per App, Webinterface oder direkt an Controlpanels / Schaltern vorgenommen werden.

Unterschiedenen werden bei Smarthome Komplettanlagen und Insellösungen. Bei Insellösungen ist die Auswahl der Komponenten beschränkt, zum Beispiel auf das Thema Sicherheit. So können Kameras und Türkontakte mit einer Smarthome Zentrale verbunden werden, um Bewohner vor Einbruch zu warnen.

Bei Komplettanlagen können verschiedene Geräte in das System eingebunden werden.

Außerdem gibt es proprietäre Smarthome Systeme (Homematic) mit eigenen Datenübertragungsprotokollen und kompatible Systeme, die mit standardisierten Protokollen arbeiten. Hierin lassen sich auch Produkte anderer Hersteller einbinden, wie zum Beispiel Alexa, der beliebte digitale Sprachassistent von Amazon.


Grundfunktionen von Smart Home Rauchmeldern

  • Benachrichtigung aufs Smartphone per SMS oder E-Mail oder App
  • Kommunikation mit anderen Geräten, z.B. zur Steuerung von Licht und Jalousien
  • Raumgenaue Zuordnung der Rauchentwicklung
  • Verschlüsselte Datenübertragung zum Schutz vor Eingriffen von außen.

Die Rauchmelder funktionieren auch für sich allein. Ohne Einbindung ins Smarthome System, sprich die Kopplung mit der Zentrale, können die Melder jedoch nicht mit anderen Geräten kommunizieren und nicht aus der Ferne überwacht / gesteuert werden.

Die wichtigsten Fragen beim Kauf von Smarthome Rauchmeldern

  • Handelt es sich um Einbau-Geräte, die von Fachleuten installiert werden müssen?
  • Wie groß ist der Funktionsumfang?
  • Ist die Einbindung / Einrichtung kompliziert
  • Mit welchen Smarthome Systemen sind sie kompatibel?
  • Sind die Smarthome Rauchmelder zertifiziert (Gerätenorm 14604)?

Bosch Smarthome Rauchmelder ab € 79

Dank der Schritt-für-Schritt Bedienungsanleitung via Bosch Smarthome App lässt sich der Bosch Smarthome Rauchmelder spielend leicht einrichten.

Der Rauchmelder Alarm kann bei diesem Gerät auch als Alarmsirene zum Einsatz kommen. Fenster- und Türenkontakte melden Unregelmäßigkeiten an den Rauchmelder und dieser schlägt an.

Schraub- oder Klebemontage an der Decke ist möglich.

Das Bosch Smarthome System ist ein offenes System, dass das Zigbee Funkprotokoll verwendet.

Zusätzlich benötigte Geräte

Bosch Smarthome Controller ab € 169

Innogy Rauchmelder (RWE Smarthome) ab € 49

Für sein Smarthome System, die Produkte, deren Einbindung und Bedienbarkeit erhält Anbieter innogy von Seiten Bestnoten. Das System mit den Geräten lässt sich einfach installieren – ohne technische Vorkenntnisse.

In die offene Plattform können Geräte verschiedener Hersteller eingebunden werden.
Der innogy Rauchmelder dient als Rauchwarnmelder und Alarmgeber bei Einbruch. Bei Rauchmeldung schaltet sich zusätzlich ein Notlicht ein. Der Rauchmelder hat eine 10-Jahre-Langzeitbatterie. Er hat das Q-Label und entspricht somit den höchsten Anforderungen an Rauchwarnmelder.

Zusätzlich benötigte Geräte

Innogy Smarthome Zentrale ab € 99

HomeMatic (e-Q3) Funk Rauchmelder ab € 49

  • Optischer Rauchwarnmelder mit VdS-Zertifizierung und Q-Label
  • 10-Jahres-Langzeitbatterie
  • Funk-Rauchwarnmelder mit Homematic Protokoll und mit AES-128 Security
  • Vernetzung von bis zu 40 Homematic Funk-Rauchwarnmeldern möglich
  • LED-Notbeleuchtung bei Alarmauslösung
  • Erweiterter Insektenschutz durch Metallnetz um die Rauchkammer
  • Einfache Montage durch mitgelieferte Schrauben und Dübel
  • Großer, leicht bedienbarer Taster für Funktionstest und Stummschaltfunktion
  • Selbsttest- und Batterieüberwachungsfunktion

Das HomeMatic System ist geschlossen und funktioniert nur mit den Produkten des Herstellers. Lediglich die Steuerung über die HomeMatic Zentrale ist auch mit anbieterfremden Apps und Cloud-Diensten möglich.

Umgekehrt kann der HomeMatic Rauchmelder auch in das QIVICON System der Deutschen Telekom eingebunden werden.

Zusätzlich benötigte Geräte

HomeMatic Zentrale CCU2 ab € 79

 
 

Magenta Smarthome Rauchmelder (Telekom) ab € 59

Der Magenta Smarthome Rauchmelder funktioniert dank QIVICON Plattform mit verschiedenen Herstellern. Immer mehr Hersteller machen ihre Produkte mit Magenta Smarthome kompatibel (Netatmo, Amazon Echo, Sonos, etc.).

Außerdem verspricht die Telekom für seine Smarthome Produkte eine hohe Datensicherheit und einen hohen Servicelevel.

Der Magenta Smarthome Rauchmelder ist ein photoelektrischer Rauchwarnmelder und entspricht der Gerätenorm 14604. Er wird mit einer 10-Jahres-Langzeitbatterie betrieben.

Der Melder wird wie herkömmlichen Rauchwarnmeldern auch an der Decke befestigt (per Montagesockel).

Die Einbindung in die Smarthome Base zur Überwachung und Steuerung des Rauchmelders ist simpel. Per Smarthome App wird der Anwender bei Alarm oder Fehlfunktionen informiert. Der Melder kann auch mit einem Fensterkontakt gekoppelt werden. Der Alarm funktioniert dann auch als Alarmierung bei Einbruch.

Zusätzlich benötigte Geräte

Für die Steuerung und Überwachung des Geräts wird die HomeBase sowie die Smarthome App benötigt. Die HomeBase kostet ab 65 Euro. Für die Smarthome App ist eine monatliche Lizenzgebühr von 4,95 Euro fällig.

Tahoma Smarthome Rauchmelder ab € 65

Wie bei anderen Smathome System auch benötigt man für die Überwachung des  Tahoma Rauchmelders den Anschluss an eine HomeBase. Mit der TaHoma Connect Station wird der Melder ins Internet eingebunden und zusammen mit anderen TaHoma Smarthome Geräten gekoppelt.

Die gekoppelten Geräte können dann durch Wenn-Dann-Programmierung ausgelöst werden. So können zum Beispiel alle Rollläden und Jalousien für eine schnellere Evakuierung des Hauses geöffnet und Licht zur besseren Orientierung eingeschaltet werden.

Der TaHoma Rauchwarnmelder entspricht der ProduktnormEN14604 und kann gemäß der Anwendungsnorm DIN14676 eingesetzt werden. Das bedeutet, der TaHoma Rauchmelder funktioniert auch für sich allein.

Zusätzlich benötigte Geräte

TaHoma Connect Box ab 485 Euro.

Gira Smart Home Rauchmelder ab € 45

Der Gira Rauchwarnmelder Dual Q kann über KNX mit anderen Geräten gekoppelt werden. Möglich ist auch die Funkvernetzung mittels zusätzlichem Funk-Modul. So können andere Geräte im Brandfall ausgelöst werden, z.B. können die Jalousien automatisch hochfahren.

Anders als bei anderen Smarthome Systemen ist bei GIRA kein zentrales Verwaltungsgerät für die Steuerung und Einbindung des Rauchmelders notwendig, aber auch keine Verwaltung und Steuerung per App möglich.

Zusätzlich benötigte Geräte

Für die Vernetzung des GIRA Smarthome Rauchmelders benötigt man ein Funkmodul (ab 35 Euro) oder ein KNX-Modul (ab 79 Euro)

Devolo Smarthome Rauchmelder ab € 59

Devolo ist Hausautomation mit Z-Wave Funktechnologie. Über diese Funktechnologie werden Geräte und Sensoren in einem Netzwerk verbunden. Jedes Gerät kann zum Auslöser für ein anderes Gerät werden über Wenn-Dann-Programmierung. Status und Verbrauchsmeldungen der eingebundenen Geräte werden an die Home Control Zentrale übermittelt.

Über diese Zentrale wird auch der Devolo Home Control Rauchmelder gesteuert. Der Melder alarmiert optisch (LED) und akustisch. Der Devolo Rauchwarnmelder ist zertifiziert durch den TÜV Süd und entspricht der Gerätenorm 14604.

Zusätzlich benötigte Geräte

Devolo Smart Home Zentrale ab 129 Euro.

Nest Protect Rauchmelder ab 100 Euro

Die Alternativ zu Rauchmeldern in mehr oder weniger teuren Smarthome Systemen sind Smart Home Rauchmelder, die ohne Homebase direkt mit dem Internet verbunden werden können. So ein Gerät ist zum Beispiel der Nest Protect Rauchmelder. Der wlan-fähige Melder kostet rund 100 Euro und kann direkt mit dem Router gekoppelt werden.

Mit der Nest App kann der Rauchmelder dann überwacht und gesteuert werden. Außerdem verfügt der Nest Protect Rauchmelder über Zusatzfunktionen und ist mit anderen Smarthome Diensten kompatibel.

Apple HomeKit Rauchmelder

Apple HomeKit ist ein System, das Smarthome Geräte in die Apple Welt integriert, also mit iPhone und iPad steuerbar macht. Apples HomeKit ist auch mit „Siri“ kompatibel und lässt sich über Sprachbefehle steuern.

Kompatibel mit Apple HomeKit ist zum Beispiel der Birdi Rauchmelder (Birdi Smoke Detector). Das Gerät erkennt nicht nur Rauch und Kohlenmonoxid, sondern kann auch die Luftqualität hinsichtlich Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Pollenbelastung überwachen.

Das Birdi Rauchmelder ist noch nicht serienreif. Auf dem deutschen Markt gibt es noch keinen Apple HomeKit kompatiblen Rauchmelder. Bald erhältlich sein sollen der Elgato Eve Smoker (ab 150 Euro) und der Netatmo Rauchmelder.

Weitere Anwendungen

ZigBee Smarthome Rauchmelder

Zigbee ist ein Funkprotokoll, dass zum Beispiel der Hersteller QIVICON nutzt. Magenta SmartHome Rauchmelder funktionieren mit ZigBee.

Smarthome Rauchmelder mit Fritzbox?

Wer eine Fritzbox als Router benutzt, kann diese auch als Homebase für Smarthome Geräte verwenden. Der Datenaustausch zwischen Fritzbox und Smarthome Geräten erfolgt per DECT-ULE Funksystem. Die Reichweite beträgt bis zu 40 Meter.

Kompatibel sind nur Smarthome Geräte des Fritzbox Herstellers AVM, zum Beispiel Zwischenstecker und Heizungsthermostat. Das Sortiment ist noch sehr übersichtlich. Rauchmelder gehören zum Beispiel nicht dazu.

Smart Home Rauchmelder im WLAN

Wenn Sie sich für eine kabellose SmartHome Lösung entscheiden, die per Smarthome App oder Webbrowser überwacht und gesteuert werden soll, benötigen Sie WLAN im ganzen Haus.

Die eingesetzten Rauchmelder müssen auch bei Stromausfall und abgeschaltetem WLAN funktionieren.


FAZIT

Die getesteten Smarthome Rauchmelder funktionierten einwandfrei.

Die Einbindung der Smarthome Rauchmelder ins Smarthome System war je nach Anbieter etwas unterschiedlich aber vom Prinzip her gleich. In wenigen Schritten waren die Rauchmelder betriebsbereit. Für die Programmierung waren keine Fachkenntnisse notwendig. Die genauen Schritte konnte man der Bedienungsanleitung entnehmen.

Kaufentscheidend bei Smarthome Rauchmeldern sind vielmehr der Preis, der Funktionsumfang, das Design und die Kompatibilität mit anderen Smarthome Systemen / -geräten.

Besonders kostenintensiv wird es bei TaHoma Rauchmelderm. Die benötigte HomeBase ist mit 485 Euro die mit Abstand teuerste von allen Anbietern.

Der Magenta Smarthome Rauchmelder überzeugt durch die Kompatibilität mit anderen Systemen.

Der Devolo Rauchmelder kann nur per Devolo App gesteuert werden.

Die Vernetzung von GIRA Smarthome Rauchmeldern ist aufwendig und erfordert Fachkennntisse (KNX). Das System ist proprietär. Dafür hat der GIRA Rauchmelder als einziger das Q-Label, entspricht also den besonders hohen Anforderungen an Rauchwarnmelder.

Apple HomeKit als Smarthome Standard bietet bereits viele Lösungen für Beleuchtungs- und Heizungssteuerung sowie Sicherheit. Kompatible Rauchmelder gibt es auf dem deutschen Markt bislang nicht.

Wer eine komplette Smarthome Lösung plant, für den sind Anbieter wie Devolo, RWE oder Telekom der richtige Weg. Wer sich auf Smarthome Melder beschränken will, dem sind wlan-fähige Rauchmelder ohne Homebase zu empfehlen. Diese Geräte verbinden sich direkt mit dem Router und benachrichtigen im Alarmfall per SMS oder E-Mail.

 
 

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