Rauchmeldersystem für weniger Fehlalarme

08.07.2019

Die Zahl der Feuerwehreinsätze wegen Fehlalarms durch Rauchmelder steigt ständig. Ein neues Rauchmelder-System soll die Anzahl der Fehlalarme reduzieren.

 
 

Die Zahl der Feuerwehreinsätze wegen Fehlalarms durch Rauchmelder steigt. Musste die Feuerwehr 2010 rund 170.000 Mal unberechtigt ausrücken, waren es 2015 bereits rund 300.000 Fehlalarmierungen (Statistik des Deutschen Feuerwehr Verbandes). Ein neues Rauchmelder-System soll die Anzahl der Fehlalarme reduzieren.

Jeder Feuerwehreinsatz kostet Geld. Bei einem Fehlalarm verstreicht zusätzlich wertvolle Zeit, die für einen echten Einsatz dringend gebraucht werden würde. Das Rauchmeldersystem ADPD188BI kann zwischen ungefährlichem Wasserdampf und Feuerrauch besser unterscheiden. Rauchwarnmelder mit dem System sollen nur noch im Ernstfall auslösen.

In den meisten Wohnungen werden herkömmliche optische Rauchmelder verwendet. Diese funktionieren mit dem sogenannten Streulichtverfahren. Im Gerät befinden sich eine Lichtquelle und ein Fotoelement. Kommen Rauchpartikel in das Gerät, streuen diese das Licht, das wiederum auf das Fotoelement trifft. Dadurch wird dann der Alarm ausgelöst.

Das Problem: Beim herkömmlichen Streulichtverfahren kann nicht zwischen verschiedenen Partikeltypen unterschieden werden. Das neue Rauchmeldersystem arbeitet mit zwei Wellenlängen und kann daher besser zwischen verschiedenen Partikeltypen unterscheiden. Das System enthält zwei LEDs (Blau und Infrarot), eine Photodiode und das analoge Frontend – alles direkt in ein einziges Bauteil integriert. Durch den Einsatz von LEDs verschiedener Wellenlängen werden unterschiedliche Streuwinkel erzeugt. Die doppelte Messung mit den beiden Photodioden ermöglicht eine genauere Detektierung, sodass nicht nur zwischen normalem Rauch und verbrannten Hamburgern unterschieden werden kann, sondern auch zwischen normalem Rauch und Dampf. Diese Rauchmelder können deshalb auch in Küchen und Badezimmern eingesetzt werden.

Die Ausgabe in digitaler Form an einem I²C- oder SPI-Interface ermöglicht den Anschluss an einen Mikrocontroller. Das System ermöglicht Rauchmelder mit einer kleineren, kammerlosen Konstruktion, die sich leicht in beliebige Räume integrieren lässt.

Quelle: https://www.elektronikpraxis.vogel.de/

Link zum Hersteller: https://www.analog.com/en/products/adpd188bi.html

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